Neuproduktion  2014
 
6. November 2014, 20 Uhr (Premiere)

DIE TONLEITER
von Fernando Arrabal 


Seit drei Monaten beschäftigt sich das AktionsTheaterKassel mit einem Stück des Absurden Theaters: „DIE TONLEITER“ von Fernando Arrabal. „Ein verrücktes, brutales, lustvoll-provozierendes Theater“. Gespielt wird in einem riesigen, inspirierenden Fabrikraum mit vielen Fenstern.
Die Premiere wird Anfang Novem-ber gefeiert.
     
Die Ursprünge des AktionsTheaters sind eng verbunden mit Stücken des Absurden Theaters, das sich im Nachkriegs-Frankreich als Reaktion auf eine sinnentleerte Welt entwickelte. Das Theater des Absurden konfrontiert den Zu-schauer mit der Unverständlichkeit und der Fragwürdigkeit des Lebens. Es bietet Dialoge ohne Ziel, Reflexionen, gedankliche Akrobatik und stellt einen Zustand dar, der - wie immer er auch auf der Bühne enden mag - in der Frage verharrt. 
       
Fernando Arrabal ist ein führender Vertreter dieses Theaters. Von der Theaterkritik wurde er schon früh zu den „wichtigsten Reprä-sentanten“ dieses „Neuen Thea-ters“ gezählt. Er polarisiert in der Rezeption seiner Stücke zwischen Erstaunen und Zustimmung, sowie Abneigung und Unverständnis.
Arrabal wurde 1931 in Spanien geboren und lebt heute Frankreich. Nachhaltige Spuren hinterließ das mysteriöse Verschwinden seines Vater, der nach seinem Todesurteil im spanischen Bürgerkrieg und der Verhaftung geflohen war und verschollen ist. Der Verlust des Vaters, die Szenarien des Bür-gerkriegs und die Bilder faschis-tischer Machtdemonstration beein-flussten sein Werk erheblich.
Seine literarische Arbeit, die auf dem Index der Verfolgung in Spanien stand, führte ihn ins Exil nach Frankreich, wo er im Laufe der Zeit mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurde.

Zum Stück: 
Viloro übt wie besessen auf einem Klavier die Tonleiter. Doch so sehr er sich bemüht, immer wieder scheitert er. Außerdem muss er das höhnische Gelächter von Paso ertragen, der ihn beobachtet und einschüchtert. Als seine Freundin Tasla auftaucht, scheint sich die Lage für Viloro zu bessern. Tasla führt, in einen Käfig gesperrt, Paso mit sich. Es beginnt ein Wechsel-spiel zwischen Opfer und Täter, Peiniger und Gepeinigtem. Selbst Tasla scheint Teil des allmächtigen Systems zu sein, das Viloro quält. 

Arrabals Kindfiguren stehen für ein unstillbares Bedürfnis nach Zärt-lichkeit, gepaart mit Lust an kindlicher Grausamkeit. Ein Theater des Scheiterns von Liebe und Glück.   

     
Regie, Konzeption, Raum: 
Helga Zülch

Tasla: Deva Schubert 
Viloro: Timotheé Uehlinger
Paso: Werner Zülch 
Mann: Michael Werner
Sprecher: Tim Ullrich 
Assistenz: Kate Fierley

Ort: 
ehem.Brandt-
Bekleidungswerke  (im vierten Stock), Erzberger Str. 47, Kassel


Mit Förderung durch das Kulturamt der Stadt Kassel und das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst. Danke! für die freundlichen Spenden für den Proben- u. Aufführungsraum durch die „Gerhard-Fieseler-Stiftung“ und die „cdw Stiftung gGmbH“ - beide Kassel.
Tasla (Deva Schubert) und Mann (Michael Werner)
 
Fotos: Uwe Thon
oben: Viloro (Timotheé Uehlinger) und Tasla (Deva Schubert)
 
 
 
 
unten: Mann (Michael Werner) und Paso (Werner Zülch)
 
 
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